
Für Jan Schippers-Biekehör (63), sportbegeistert und ein Fan guter Literatur und Filme, war ein aktives Leben immer selbstverständlich – bis sein Körper ihm zunehmend Grenzen setzte. Eine hochgradige Arthrose im linken Hüftgelenk raubte ihm nach und nach seine Beweglichkeit, seinen Schlaf und schließlich auch seine Lebensqualität.
Hochgradige Arthrose im linken Hüftgelenk: Eine Diagnose die alles verändert
Für Jan Schippers-Biekehör (63) war der 8. April 2024 ein Schicksalstag. Jahrelang nahm er die zunehmende Unbeweglichkeit mit dem Gedanken „Na ja, man wird halt steifer“ hin – bis ihn im Februar 2024 plötzlich stechende Schmerzen im ganzen Bein trafen. Ab diesem Moment wurden Alltagssituationen, wie zum Beispiel das Aufsteigen auf’s Fahrrad, zu einer echten Qual.
Dann der niederschmetternde Arztbesuch: „Mein damaliger Orthopäde hat mich mit den Worten entlassen, dass er mir angesichts einer stark fortgeschrittenen Arthrose außer mit Schmerztabletten nicht mehr helfen könne.“ So schlug sich Jan Schippers-Biekehör über Wochen mit starken Schmerzmitteln durch. Für eine Physiotherapie war es in der akuten Phase bereits zu spät.
Die Entscheidung: eine neue Hüfte und damit die Chance auf ein schmerzfreies Leben
Einen Monat später, im Mai 2024, sitzt Jan Schippers-Biekehör Chefarzt, Priv.-Doz. Dr. med. Frank Rubenthaler, gegenüber. Dr. Rubenthaler betrachtet aufmerksam die Röntgenbilder, hört sich die Leidensgeschichte an und überprüft die Beweglichkeit des Patienten. „Er hat mir zugehört und mir die therapeutischen Möglichkeiten aufgezeigt. Am Ende des Termins erschien uns beiden die OP als die richtige Maßnahme“, erinnert sich Schippers-Biekehör. Für ihn überzeugte Dr. Rubenthaler durch langjährige Erfahrung, Vertrauen und klare Worte. Im Anschluss an das Gespräch wurde direkt ein OP-Termin vereinbart.

Erfolgreicher Eingriff
Die Operation verlief komplikationslos. Auch die Tage nach dem Eingriff gestalteten sich unproblematisch. „Das Gelenk war sofort belastbar und hat sich von Anfang an nicht wie ein Fremdkörper angefühlt. Zwar funktionierten Bein, Hüfte und Oberschenkel nach der schweren OP noch nicht vollständig, und es war wichtig, vorsichtig zu sein. Doch bereits am Tag nach der OP begann die Physiotherapie, und ich entwickelte schnell Vertrauen in das neue Gelenk. Das gesamte Personal war freundlich, und ich fühlte mich gut betreut. An dieser Stelle gibt es für mich keinerlei Kritik.“
Einziger Wermutstropfen: das Thema Schlafen.
„Eine der größten Herausforderungen in den ersten Wochen war das Schlafen. Zwar kann man auf der operierten Seite liegen, aber das sollte man am besten vermeiden. Liegt man auf der anderen Seite, muss ein Kissen verhindern, dass das operierte Bein zu stark „überschlägt“, da sonst das Risiko einer Hüftgelenksluxation besteht. Dies führte dazu, dass ich in den ersten Wochen nur schlecht schlafen konnte, was sich jedoch wieder legte.“

Der neue Alltag
Nach vier Wochen konnte Jan Schippers-Biekehör die Reha verlassen und brauchte auch keine Krücken mehr. Auch das Schlafen war ab diesem Zeitpunkt kein Problem mehr. Er begann, sich Schritt für Schritt wieder mehr zuzutrauen. Die Übergänge vom leichten Nachziehen des operierten Beines zu einem nahezu normalen Gang waren fließend.
„Ich war überrascht, wie schnell ich wieder ‚auf die Beine‘ gekommen bin. Das hatte ich mir viel mühsamer vorgestellt. Schon nach etwa drei Monaten konnte ich wieder ohne ‚Aufstiegshilfe‘ aufs Fahrrad steigen. Autofahren hat etwas länger gedauert“, so Schippers-Biekehör.
Ein weiterer Meilenstein in seiner Genesung war die Teilnahme am Dortmunder Neujahrslauf am 5. Januar 2025. Dort lief er erstmals wieder drei Kilometer und fühlte sich „zum ersten Mal wieder als Sportler“. Mit weiteren Laufversuchen plant er noch bis Mai 2025 zu warten – dann sind fast neun Monate seit der OP vergangen.
Wie fühlt sich so ein künstliches Gelenk an? Eine häufig gestellte Frage. Für Jan Schippers-Biekehör fühlt es sich nicht wie ein Fremdkörper an. Dennoch ist ihm ein bewusster Umgang mit seinem neuen Gelenk sehr wichtig. „Ich bin mir sehr bewusst, dass ich eine körperliche Situation habe, die auch in Zukunft besondere Aufmerksamkeit erfordert. Aber das empfinde ich als produktiv. Ich achte jetzt viel mehr auf meinen Körper, besonders auf meine Gelenke, Muskeln und den Bandapparat.“ Heute genießt er es, wieder nahezu ungehindert zu leben: „Ich kann wieder problemlos endlos lange gehen – im Durchschnitt 10.000 Schritte pro Tag. Ich kann wieder ganz normal aufs Fahrrad steigen, ins Auto ein- und aussteigen und sehr gut schlafen. Auch Treppensteigen, Fitnesstraining und Schuhe anziehen – all das funktioniert jetzt ohne Komplikationen.“
Sein nächstes Ziel ist bereits gesetzt: zweimal die Woche fünf Kilometer laufen.
Zum Schluss möchte Jan Schippers-Biekehör anderen Patienten mit ähnlicher Leidensgeschichte Mut machen und betonen, dass das wichtigste Ziel – seiner Meinung nach – nicht das Weglassen der Unterarmgehstütze ist, sondern die Wiederherstellung eines sicheren und stabilen Gangbildes. „Ich habe gelernt, dass es kein Ziel an sich ist, ohne Krücken (Unterarmgehstützen) zu gehen. Das eigentliche Ziel ist ein klarer, sauberer und sicherer Gang. Dann verschwinden die Krücken sozusagen von alleine.“