Dortmund
Somatostatinrezeptor-Szintigraphie in den Knappschaft Kliniken Dortmund
Was ist eine Somatostatinrezeptor-Szintigraphie?
Eine Somatostatinrezeptor-Szintigraphie mit 99mTc-Octreotid dient der Diagnostik von Erkrankungen, die als Merkmal eine vermehrte Ausbildung von Somatostatinrezeptoren auf der Zelloberfläche aufweisen. Hieran bindet im Normalfall das Eiweiß Somatostatin – oder im Falle unserer Bildgebung ein ähnlich aufgebauter radioaktiv markierter Tracer. Hierbei gibt es eine Vielzahl von Tumoren, die diese Eigenschaft aufweisen, insbesondere Karzinoide und gastro-entero-pankreatische Tumore, aber auch medulläre Schilddrüsenkarzinome, kleinzellige Bronchialkarzinome und Meningeome sind exemplarisch zu nennen.
Indikationen zur Somatostatinrezeptor-Szintigraphie
Die Somatostatinrezeptor-Szintigraphie dient sowohl der primären Diagnostik der oben genannten Tumoren als Ergänzung zur konventionellen Schnittbildgebung wie CT und MRT, als auch zur Vorbereitung und Therapiekontrolle von nuklearmedizinischen Therapie wie 177Lu-Lutathera®.
Wie bereite ich mich auf eine Somatostatinrezeptor-Szintigraphie vor?
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Für die Somatostatinrezeptor-Szintigraphie sollten sie sowohl am ersten als auch am zweiten Untersuchungstag ausreichend Zeit einplanen.
Da ein radioaktiver Tracer verwendet wird muss eine Schwangerschaft vor Untersuchungsbeginn sicher ausgeschlossen sein. Falls gestillt wird, sollte die Milch für 48h verworfen werden.
Der Abstand der SSA-Injektion einer ggf. begleitenden Therapie / Erhaltungstherapie mittels Somatostatinanaloga wie Octreotid (Sandostatin-LAR ®) oder Lanreotid (Somatuline Autogel®) vor Somatostatinrezeptor-Szintigraphie sollte mind. 4 Wochen betragen.
Alternativ kann bei klinischer Symtomatik/sekretorisch aktiven Tumoren nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ggf. vor geplanter Somatostatinrezeptor-Szintigraphie auf Sandostatin s.c. umgestellt werden, in dem Fall In Abhängigkeit der Symptomatik bis 3x 500 µg/d. und pausieren 1 Tag vor der Somatostatinrezeptor-Szintigraphie.
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Die Ergebnisse werden in der Regel innerhalb weniger Tage mit dem überweisenden Arzt besprochen
Mögliche Risiken und Komplikationen
Der Tracer wird in der Regel gut vertragen. Da – insbesondere bei sekretorisch aktiven Tumoren – jedoch seltene Nebenwirkungen wie ein passagerer Blutdruckanstieg, Hitzegefühl und Übelkeit beschrieben worden sind, erfolgte die Injektion langsam und unter ständiger ärztlicher Überwachung.
Die Szintigraphie ist mit einer geringen Strahlenexposition verbunden (ca. 2 bis 6 mSv – dies entspricht etwa dem ein bis dreifachen der jährlichen natürlichen Strahlenexposition in Deutschland). Bei strenger Indikationsstellung kann die Untersuchung auch bei Kindern angeboten werden, hierbei erfolgt die Dosierung des Tracers adaptiert an das Körpergewicht.
Untersuchungsalternativen:
Insbesondere bei sehr kleinen Läsionen und besonderen Fragestellungen sollte eine Somatostatinrezeptor-PET/CT oder -PET/MR (z.B. mit DOTATATE oder DOTATOC) als alternatives diagnostisches Instrument mit Ihrem behandelnden Arzt diskutiert werden.
Terminvereinbarung und Kontakt
Wenn eine Somatostatinrezeptor-Szintigraphie für Sie erforderlich ist oder Sie Fragen zu den diagnostischen Verfahren haben, steht Ihnen unser Team der Klinik für Nuklearmedizin gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie einen Termin über unsere Terminvergabe oder sprechen Sie uns direkt an.

