Knappschaft Kliniken
Gelsenkirchen-Buer
Nerventumore
Bei Tumoren peripherer Nerven handelt es sich um meist gutartige, sehr selten bösartige Geschwulste. Typisch ist eine derbe, druckempfindliche Schwellung im Nervenverlauf, die sich manchmal direkt unter der Haut tasten lässt. Zu den Nerventumoren gehören
• Schwannom/ Neurinom
• Intra-/extraneurale Ganglionzysten
• Maligner peripherer Nervenscheidentumor
Ziel einer Operation ist die die komplette Entfernung des Tumors unter Erhalt der Nervenfunktion. Bei diesen Eingriffen, die immer mikroneurochirurgisch durchgeführt werden, erfolgt durch die intraoperative Elektrophysiologie eine Überwachung der Nervenfunktion, um gesunde von kranken Nervenanteilen sicher unterscheiden zu können. Das kranke Gewebe wird feingeweblich untersucht, anschließend wird entschieden, ob noch eine Nachbehandlung notwendig ist, was bei den gutartigen Tumoren allerdings nicht der Fall ist. Die Eingriffe erfolgen in d. R. im stationären Rahmen und unter Vollnarkose.
Die Nervenfasern werden von den Hüll-Zellen oder Schwann-Zellen umgeben. Diese Zellen können Tumoren ausbilden, die langsam wachsen und histologisch gutartig sind. Sie sind die häufigsten Tumoren des peripheren Nervensystems. Außerdem können sie an den Übergangsbereichen vom zentralen zum peripheren Nervensystem auftreten, z.B. am Austritt von Spinalnerven oder am Austritt des Gehörnervs aus dem Hirnstamm.
Bei Ganglionzysten handelt sich dabei um kleine Taschen, die mit Gelenkflüssigkeit gefüllt sind. Diese können sich nicht nur direkt am Gelenk, sondern auch im oder neben einem Nerven bilden. Typisch Lokalisation für eine solche Zyste ist der Wadenbeinnerv. Über einen kleinen Ast besteht eine Verbindung zum Schien-/Wadenbeingelenk. Über diesen Ast wird die Gelenkflüssigkeit in die Zyste geleitet. Ziel einer Operation ist, die Zyste zu entfernen und den Gelenkast zu unterbinden.
Maligne Periphere Nervenscheidentumoren sind sehr selten. Sie gehören zu der Gruppe der Weichteilsarkome, haben ein rasches Zellwachstum und können metastasieren. Ziel ist ein möglichst radikale Tumorentfernung. Die Therapie umfasst außerdem eine Nachbehandlung.
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