Stroke Unit / Schlaganfallmedizin
Unsere Klinik verfügt über eine überregional zertifizierte Stroke Unit/IMC mit aktuell 15 Betten. Auf dieser Überwachungs- und Behandlungseinrichtung werden Patienten mit einem akuten Schlaganfall (Hirninfarkt, Hirnblutung) rund um die Uhr behandelt. Rund um die Uhr stehen alle diagnostischen Methoden (CT und/oder MRT) für die rasche Diagnosestellung bereit.
Eine intravenöse Thrombolyse-Behandlung mit Gerinnsel-auflösenden Medikamenten ist in der Regel nur in den ersten Stunden nach Beginn der Symptome möglich. In Kooperation mit der Abteilung für Neuroradiologie können wir alle aktuellen Methoden zur Wiedereröffnung von akut verschlossenen Blutgefäßen (mechanische Thrombektomie) und zur Erweiterung verengter Blutgefäße (Stent-Implantation) anbieten. Bei schweren Schlaganfällen kann eine Behandlung auf unserer interdisziplinären Intensivstation notwendig sein. Im Fall einer fortschreitenden Hirnschwellung kann durch die Kollegen der Neurochirurgie eine operative Druckentlastung des Schädelinneren durch eine Teilentfernung des Schädelknochens durchgeführt werden (dekompressive Hemikraniektomie).
Schlaganfallsymptome können auch durch Blutungen im Schädelinneren ausgelöst werden. Diese entstehen oft bei chronisch erhöhtem Blutdruck, seltener auch durch Gefäßfehlbildungen, Gefäßaussackungen (Aneurysma) bei Hirnvenenthrombosen oder anderen selteneren Ursachen. Eine unmittelbare Operation zur Entfernung der Hirnblutung kann bei erhöhtem Hirndruck lebensrettend sein. Oft ist eine rasche Angiographie zur Suche nach einer Gefäßfehlbildung bzw. zur Beurteilung eines Aneurysmas notwendig. Aufgrund des hohen Risikos einer erneuten Blutung ist die rasche Beseitigung eines Aneurysmas bei Subarachnoidalblutung (SAB) vordringlich. Die Kollegen der Neurochirurgie und Neuroradiologie entscheiden gemeinsam, ob eine Katheter-Behandlung mit endovaskulärem Coiling oder ein offener neurochirurgischer Verschluss (Clipping) bevorzugt werden sollte. Nach Aneurysma-Ausschaltung erfolgt eine Behandlung auf unserer Intensivstation mit dem Ziel, mögliche Komplikationen der SAB frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Am häufigsten kommen dabei Drainagen bei Abflussbehinderungen des Nervenwassers und Maßnahmen zur Verhütung und Behandlung von Gefäßspasmen zum Einsatz.
Die Behandlung auf der Stroke Unit hat das Ziel, das Ausmaß der akuten Hirnschädigung infolge eines Schlaganfalls möglichst gering zu halten (Neurologische Komplexbehandlung). Noch während der Akutbehandlung erfolgen bereits erste Rehabilitationsmaßnahmen zur Wiedererlangung von Funktionen und Fertigkeiten, insbesondere eine Frühmobilisation (Physiotherapie, Ergotherapie) sowie ein Schluck- und Sprachtraining (Logopädie). Im Anschluss kann bei Bedarf die Behandlung auf unserer Station für Neurologische Frührehabilitation weitergeführt werden.
Neurologische Frühreha
Bei der Akutversorgung (Phase A) werden Patientinnen und Patienten je nach Gesundheitszustand auf einer Stroke Unit, Intensivstation oder Normalstation versorgt. Die Neurologische Frührehabilitation (Phase B) startet kurz nach dem akuten Krankheitsereignis. In der neurologische Reha stehen Behandlung der Störungen der Bewegung, des Bewusstseins, des Sprechens, des Schluckens, der Atmung und anderer wichtiger Körperfunktionen im Vordergrund. Die Einbindung der Frührehabilitation in das Neurozentrum am Standort Paracelsus Marl ermöglicht es, alle Untersuchungs- und Therapieverfahren eines modernen Akutkrankhauses zu nutzen (z.B. Neuroradiologie, Neurochirurgie, Innere Medizin, Intensivmedizin in unmittelbarer Nähe).
zur Webseite der Neurologische Frühreha an unserem Standort Paracelsus MarlSchlaganfall-Lotsen
Unsere ausgebildeten Schlaganfall-Lotsen betreuen betroffene Patienten und sichern im Bedarfsfall über 12 Monate hinweg eine kompetente ambulante Nachsorge nach einem Schlaganfall.

