Wenn Kinder nachts nicht zur Ruhe kommen – Das neue Kinder-Schlaflabor der Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer
Viele Kinder und Jugendliche schlafen schlecht, und die Gründe dafür sind vielfältig: vergrößerte Mandeln, Übergewicht, Atmungsstörungen oder eine ungünstig gestaltete Schlafumgebung, um nur einige zu nennen. Das Kinder-Schlaflabor der Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer ist auf die frühzeitige Erkennung und Behandlung solcher schlafbezogenen Störungen im Kindes- und Jugendalter spezialisiert.
Eine Nacht unter genauer Beobachtung
Während einer Untersuchung im Schlaflabor werden Kinder und Jugendliche eingehend beobachtet. Aufgezeichnet werden unter anderem Atmung, Herzschlag, Sauerstoffversorgung, Hirnströme, Körperlage sowie Augen- und Beinbewegungen. Aus dem Zusammenspiel dieser Werte ergibt sich ein genaues Bild der Schlafqualität. Diese Untersuchung findet nachts statt – auf Wunsch auch in Begleitung eines Elternteils, damit sich im Besonderen jüngere Kinder geborgen fühlen.
Vielfältige Beschwerden und obstruktive Schlafapnoe
Das Spektrum ist breit: von Ein- und Durchschlafstörungen über Schlafwandeln und nächtliches Einnässen bis hin zu chronischen Erkrankungen. Ein häufiges Beispiel ist die obstruktive Schlafapnoe mit wiederholten Atempausen im Schlaf; betroffen sind etwa zwei Prozent aller Kinder. Typische Anzeichen sind ausgeprägtes Schnarchen, unruhiger Schlaf und Tagesmüdigkeit. Unbehandelt drohen Leistungsschwäche, Konzentrationsprobleme oder eine Belastung des Herzens. Behandelt wird je nach Ursache – etwa durch das Entfernen von Polypen und Mandeln oder durch apparative Atemunterstützung. „Schlafprobleme bei Kindern werden oft unterschätzt oder als vorübergehende Phase abgetan. Dabei lohnt sich ein genauer Blick: Wenn wir die Ursache kennen, können wir gezielt helfen – und Kindern wie Eltern wieder zu erholsamen Nächten verhelfen“, so Dr. med. Mirco Kuhnigk, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer. „Uns ist wichtig, dass sich die jungen Patientinnen und Patienten bei uns wohlfühlen. Deshalb gestalten wir die Untersuchung so kindgerecht wie möglich – und Eltern dürfen die Nacht selbstverständlich an der Seite ihres Kindes verbringen“, ergänzt Oberarzt Björn Willmann.
Tipps für gesunden Kinderschlaf
Nicht jede Schlafstörung erfordert eine Untersuchung im Labor – häufig hilft schon eine bewusst gestaltete Schlafumgebung. Die Klinik empfiehlt Eltern unter anderem, ein gleichbleibendes Einschlafritual und regelmäßige Schlaf-Wach-Zeiten einzuhalten, das Schlafzimmer abzudunkeln und übermäßige Reize in der letzten Stunde vor dem Zubettgehen zu vermeiden. Jugendlichen rät das Team zu ausreichend Schlaf, zum Verzicht auf Mediennutzung direkt vor dem Schlafengehen und darauf, tagsüber nicht zu schlafen. Halten Schlafstörungen länger an oder zeigt sich vermehrte Tagesmüdigkeit, sollte ein Kinderarzt hinzugezogen werden.
