Pressemitteilungen der
Knappschaft Kliniken
13.02.2026

Statt Gelenkersatz: Neues Verfahren hilft Patienten mit chronischen Schmerzen an Knie, Schulter und Achillessehne

Neue Hoffnung für Patientinnen und Patienten mit chronischen Gelenk- und Sehnenbeschwerden: Die Knappschaft Kliniken Kamen bieten jetzt eine innovative und effektive Behandlungsmethode an. Die Transarterielle Periartikuläre Embolisation (kurz TAPE) kommt zum Einsatz, wenn konservative Behandlungen wie Physiotherapie, Infiltrationsbehandlungen und Schmerzmedikamente keine Wirkung zeigen und ein Gelenkersatz (noch) nicht in Frage kommt, oder trotz eines künstlichen Kniegelenks (TEP) weiterhin Schmerzen bestehen.

Einer der ersten Patienten, die vom neuen Angebot in Kamen profitierten, ist der Kamener Andreas Kidszun. Der ehemalige Bergmann litt seit mehr als zehn Jahren unter Kniebeschwerden, die sein Leben deutlich einschränkten: Fußball spielen, joggen, wandern – all das war kaum noch möglich. Im Sommer vergangenen Jahres kam er zu Chefarzt Dr. Björn Schmitz in die sportmedizinische Sprechstunde des Kamener Krankenhauses und erfuhr von der neuen Methode, die auf der Feststellung basiert, dass sich rund um entzündete Gelenke stets viele neue, sehr feine Blutgefäße bilden. Verschließt man sie, werden die Schmerzreize nicht mehr so gut weitergeleitet und die Bildung sensibler Nervenverbindungen reduziert.  Der Patient verspürt eine deutliche Linderung seiner Beschwerden, die Beweglichkeit des Gelenks wird verbessert und damit ein Teufelskreis durchbrochen. Denn wer Schmerzen verspürt, bewegt sich weniger. Aber gerade bei Gelenkarthrose können nützliche Schmierstoffe durch Bewegung gebildet werden.

Andreas Kidszun war schnell überzeugt: „Ich wollte nicht mehr mit den ständigen Knieschmerzen leben, konnte mich aber noch nicht für eine Knieprothese entscheiden. Also dachte ich: Einen Versuch ist es wert.“ Zunächst ließ der 58-Jährige das linke Knie behandeln. Dafür kam der Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Prof. Dr. Jens-Christian Altenbernd, mit seinem Team extra aus den Knappschaft Kliniken Dortmund nach Kamen und nutzte die hier vorhandene hochmoderne Angiographieanlage, die kleinste Blutgefäße mit Kontrastmittel sichtbar macht. Von der Leiste aus schob er einen Mikrokatheter bis zum entzündeten Gelenk vor, um die Bereiche zu lokalisieren, die eine vermehrte, überschüssige Durchblutung zeigen. Anschließend verschloss er die kleinen Gefäße rund um das Gelenk. Der Eingriff dauerte etwa eine Stunde, eine Vollnarkose war nicht erforderlich und nach einer Nacht im Krankenhaus konnte Andreas Kidszun schon wieder nach Hause gehen. Der Kamener war von Erfolg begeistert und entschloss sich sofort, auch das zweite Knie in Kamen behandeln zu lassen. Inzwischen ist auch dieser Eingriff erfolgt und er kann seinen Hobbys wieder ohne Schmerzen und Tabletten nachgehen.

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