New England Journal of Medicine bestätigt Durchbruch bei trockener AMD: Augenklinik Sulzbach implantierte als erstes deutsches Zentrum PRIMA-Netzhautprothese
Die Augenklinik Sulzbach war eines von 17 Europäischen Studienzentren in fünf Ländern. Vor knapp zwei
Jahren wurden hier die ersten beiden PRIMA-Implantationen in Deutschland durch Prof. Dr. Peter Szurman,
Direktor der Augenklinik, und sein Team durchgeführt.
Der PRIMA-Chip wird unter der Netzhaut im Bereich der Makula implantiert und übernimmt dort die Funktion
degenerierter Photorezeptoren. Bildinformationen werden über eine Kamera-Brille drahtlos an das Implantat
übertragen und über elektrische Impulse an die verbliebenen retinalen Nervenzellen weitergegeben. Ziel ist
nicht die Heilung der Erkrankung, sondern die Wiedergewinnung funktioneller Sehleistungen im zentralen
Gesichtsfeld.
„Bionisches Sehen muss aktiv erlernt werden. Das strukturierte postoperative Rehabilitationstraining in
Sulzbach war entscheidend für die funktionellen Fortschritte unserer Patienten“, erklärt Prof. Dr. Boris Stanzel, Leiter des Klinischen Studienzentrums.
Die im NEJM publizierten Langzeitergebnisse zeigen einen klinisch relevanten Nutzen: Nach zwölf Monaten
erreichten 81,3 % der Studienteilnehmer eine signifikante Verbesserung der Sehschärfe, darunter erneut
mögliche Buchstabenerkennung bei zuvor funktionell blinden Patienten.
Nach Einschätzung von Peter Szurman „belegt die Publikation erstmals mit hoher Evidenz, dass subretinale
Implantate bei Patienten mit geographischer Atrophie zu einem klinisch relevanten funktionellen Sehgewinn
führen können“. Er dankt allen beteiligten europäischen Studienzentren, die unter der Federführung von Frank G. Holz diese Ergebnisse durch eine herausragende Zusammenarbeit ermöglicht haben.
Original-Artikel im New England Journal of Medicine:
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2501396
Augenklinik Sulzbach in Zahlen
Die Augenklinik Sulzbach zählt zu den größten und renommiertesten Augenkliniken Deutschlands. In sieben
hochmodernen Operationssälen werden jährlich über 25.000 operative Eingriffe durchgeführt. Rund 40
spezialisierte Ärztinnen und Ärzte, darunter zahlreiche international anerkannte Expertinnen und Experten mit
hoher wissenschaftlicher und operativer Reputation, versorgen mehr als 60.000 ambulante und über 7.000
stationäre Patientinnen und Patienten pro Jahr. In 16 spezialisierten Ambulanzen und Sprechstunden wird das
gesamte Spektrum der Augenheilkunde abgedeckt.
Traditionelle Schwerpunkte sind innovative Techniken der Maximal- und Transplantationschirurgie, sowie neue, besonders schonende minimal-invasive Operationsverfahren. Möglich wird dies durch die enge Verzahnung von klinischer Exzellenz und Forschung im KHERI-Forschungsinstitut, in dem zahlreiche Operationsverfahren entwickelt, klinisch etabliert und patentiert wurden und heute international eingesetzt werden.
Mit rund 2.500 Vitrektomien pro Jahr gilt die Klinik als größtes netzhautchirurgisches Zentrum Deutschlands
und zugleich als eines der größten Transplantationszentren des Landes. In der modernen, spezialisierten
Reinraum-Gewebebank wird etwa jede sechste in Deutschland transplantierte Hornhaut präpariert.
Seit 2018 ist die Klinik offizielles Landes-Netzhautzentrum und Landes-Hornhauttransplantationszentrum des
Saarlands, seit 2021 zudem zertifiziertes Ausbildungszentrum des European Board of Ophthalmology. Ergänzt
wird dieses Profil durch ein zertifiziertes klinisches Studienzentrum sowie enge Referenzzentrum Partnerschaften. Damit zählt Sulzbach zu den innovativsten Zentren der Augenheilkunde – ein Vorteil, von dem die Patientinnen und Patienten unmittelbar profitieren.
