Pressemitteilungen der
Knappschaft Kliniken
16.03.2026

Nachbericht des Strategiekongresses: Zwei Tage voller Inspiration und Visionen

Tag 1: Visionen und strategische Ausrichtung

Der Strategiekongress der Knappschaft Kliniken begann am 13. März 2026 mit einer kraftvollen Begrüßung durch Birgit Biermann, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS). Sie machte deutlich, dass der Sozialstaat, trotz der aktuellen politischen Herausforderungen, das Fundament der Gesellschaft bildet. Dabei betonte sie, dass es nicht nur um Beiträge und Steuern geht, sondern vor allem um die Menschen und deren Sorgen und Hoffnungen. Sie hob hervor, dass Krankenhäuser die Institutionen sind, die soziale Wertschöpfung leisten und dem Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Michael Weberink, Alt. Vorstandsvorsitzender der KBS, gab einen Einblick in die strategische Neuausrichtung der KNAPPSCHAFT. Früher standen quantitative Ziele im Vordergrund, doch heute liegt der Fokus auf der Qualität der Versorgung, insbesondere für ältere Versicherte. Trotz schwieriger Zeiten und der kontinuierlichen Veränderung zeigt sich die KNAPPSCHAFT zuversichtlich und kämpft weiterhin für die Zukunft der Versicherten.

Im Rahmen seines Vortrags blickte Peter Schrimpf, Aufsichtsvorsitzender der Knappschaft Kliniken GmbH, auf die Herausforderungen der Transformation und des Change-Managements. Er betonte die Bedeutung von Führung, die auf Kritik hört und Erfolge feiert. Um zukunftsfähig zu bleiben, seien sowohl wirtschaftliche Aspekte als auch der kontinuierliche Wandel in der Organisation von entscheidender Bedeutung. Schrimpf sprach sich für eine starke Arbeitgebermarke aus, die nicht nur durch Zufriedenheit der Mitarbeiter, sondern auch durch eine enge Zusammenarbeit und ständige Weiterbildung gestärkt wird.

Andreas Schlüter, Erster Hauptgeschäftsführer (CEO) der Knappschaft Kliniken GmbH, setzte den Fokus auf die Bedeutung der Ambulantisierung als Schlüssel für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. Er betonte, dass der Wandel des Gesundheitswesens nicht nur als eine Anpassung, sondern als ein fundamentaler Veränderungsprozess zu verstehen sei. Schlüter machte deutlich, dass die Knappschaft Kliniken in den kommenden Jahren gezielt in die Verknüpfung von ambulanten und stationären Bereichen investieren will, um die Versorgung der Zukunft sicherzustellen.

Ein weiteres zentrales Thema in Schlüters Vortrag war die geplante Investition in Medizintechnik. Bis 2029 planen die Knappschaft Kliniken, insgesamt 2 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der Medizintechnologie zu investieren, um ihre Innovationsfähigkeit auszubauen. Schlüter erklärte, dass technologische Innovationen unverzichtbar seien, um auch in Zukunft führend im Bereich der medizinischen Versorgung zu bleiben. Diese Investitionen werden dabei nicht nur die medizinische Ausstattung verbessern, sondern auch den Innovationsprozess der Kliniken langfristig fördern.

Neben der Medizintechnik spielte auch die Pflege eine zentrale Rolle in Schlüters Ausführungen. Er betonte, dass eine Neuausrichtung der Pflegeinfrastruktur notwendig sei, um den Anforderungen der modernen Medizin gerecht zu werden. In einer Zeit des Wandels seien nicht nur neue Technologien wichtig, sondern auch die kontinuierliche Weiterbildung und Anpassung der Pflegekräfte an neue Versorgungsmodelle.

In Bezug auf die organisatorischen Herausforderungen sprach Schlüter über die Notwendigkeit, die Kostenstruktur zu optimieren, um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Am Ende seines Vortrags zog Schlüter eine klare Schlussfolgerung. Für ihn liegt die Zukunft der Knappschaft Kliniken in einer kontinuierlichen Transformation, um Wandel aktiv gestalten zu können.

 

Tag 2: Ausblick und aktuelle Herausforderungen

Der zweite Kongresstag begann mit einem Rückblick auf die ersten Tage und betonte einmal mehr die Bedeutung von Veränderungsfähigkeit als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit. Petra Brakel, Geschäftsführerin der KBS, stellte die aktuelle Herausforderung im Sozialstaat und Gesundheitswesen heraus. Sie sprach von der Notwendigkeit einer neuen strategischen Ausrichtung, bei der der Fokus auf Bestandsmanagement liegt und auf aktiven Wettbewerb verzichtet wird.

Die Veranstaltung bot auch Einblicke in Best Practice Beispiele, wie die moderne ophthalmologische Versorgung, die auf Teamarbeit und technologischen Innovationen setzt. Prof. Dr. Peter Szurman zeigte, wie die Knappschaft Kliniken in der Augenheilkunde nicht nur exzellente medizinische Versorgung bieten, sondern auch internationale Patienten anziehen, weil sie dort Behandlungsmethoden finden, die in anderen Ländern noch nicht verfügbar sind.

Ein wichtiger Teil des zweiten Kongresstages war die Reflexion der Delegationsreisen nach China und Finnland, die den Teilnehmern wertvolle Einblicke in internationale Gesundheitsstrategien und Innovationsansätze gaben. Diese Reisen waren nicht nur eine Gelegenheit, bestehende Modelle zu hinterfragen, sondern auch eine Inspiration, um neue Wege zu gehen.

Dr. Hans Christian Atzpodien, Hauptgeschäftsführer der Knappschaft Kliniken und Geschäftsführer der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, der die Delegationsreise nach China begleitete, berichtete von den beeindruckenden Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung im chinesischen Gesundheitswesen. Er erklärte, dass China mit einer Geschwindigkeit und Effizienz voranschreite, die es dort ermöglichen, die Patient Journey zu optimieren. Die Digitalisierung sei das Rückgrat der Krankenhausentwicklung in China. Besonders beeindruckend war für ihn, wie das digitale System die Patientenversorgung vereinfachte und beschleunigte, während es gleichzeitig die Qualität der medizinischen Betreuung sicherstellte. Im Vergleich zu Deutschland, wo die Digitalisierung noch langsamer voranschreitet, war dies ein deutliches Zeichen dafür, wie gut die Integration neuer Technologien das Gesundheitswesen revolutionieren kann.

Jonas Wintz, Hauptgeschäftsführer der Knappschaft Kliniken Vest, der ebenfalls an der Reise teilnahm, hob hervor, dass die effiziente Planung und schnelle Umsetzung von Krankenhausprojekten in China bemerkenswert seien. Gleichzeitig war jedoch auch die Sorge um Datenschutz und Sicherheitsaspekte ein Thema, das Wintz nicht unbeachtet ließ.

Die Delegation, die nach Finnland reiste, setzte sich intensiv mit der Krisenbewältigung im Gesundheitswesen auseinander. Michael Kleinschmidt, Geschäftsführer Knappschaft Kliniken Westfalen und Stefan Grave, Hauptgeschäftsführer Knappschaft Kliniken Bottrop, berichteten von einem Bunkersystem unter einer Uniklinik in Helsinki, das im Krisenfall innerhalb von 72 Stunden ein voll funktionsfähiges Krankenhaus bereitstellen kann. Es sei wichtig, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie gut wir auf Krisensituationen vorbereitet sind. Finnland habe durch eine weitsichtige Planung und eine klare Krisenstrategie ein System entwickelt, das auf außergewöhnliche Ereignisse vorbereitet ist.

Diese Auslandsreisen verdeutlichten den internationalen Austausch und die Notwendigkeit, von anderen Ländern zu lernen, um die eigene Struktur zu verbessern. Dies verdeutlichen auch die Teilnahme am IHF Worls Hospital Kongress in Brasilien und der Schweiz, von der Prof. Dr. Holger Holthusen, Medizinischer Direktor der Knappschaft Kliniken sowie Klaus Böckmann, Pflegedirektor der Knappschaft Kliniken Westfalen und Prof. Dr. Andreas Schnitzbauer, Klinikdirektor Chirurgie an den Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum berichteten. Die Umsetzungskraft und Innovation der besuchten Systeme sind wertvolle Impulse, die die Knappschaft Kliniken nutzen können, um nicht nur als nationales Gesundheitsnetzwerk, sondern auch im globalen Vergleich konkurrenzfähig zu bleiben.

Abschluss und Ausblick:

Am Ende des Kongresses blickte Andreas Schlüter voller Stolz auf die wertvollen Diskussionen und Erkenntnisse der letzten beiden Tage zurück. Besonders hervorzuheben war der starke Zusammenhalt im Verbund und die gemeinsame Ausrichtung auf die Zukunft. Die Themen der Ambulantisierung, Prävention und Innovation werden auch in den kommenden Jahren entscheidend für die Weiterentwicklung der Knappschaft Kliniken und die Sicherstellung einer hochwertigen Gesundheitsversorgung sein.

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