Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum sprechen sich für die Einführung einer erweiterten Widerspruchsregelung bei der Organspende aus
Die Ärztlichen Direktor*innen und die Transplantationsbeauftragten der Universitätsklinika in Nordrhein-Westfalen sprechen sich anlässlich der Bundestagsdebatte am Donnerstag, 24. September 2026, für die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende aus. Gefordert wird die Widerspruchslösung sowohl in dem „Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Einführung einer Widerspruchsregelung“ von 254 Abgeordneten als auch im Gesetzentwurf des Bundesrates „zur Änderung des Transplantationsgesetzes und Einführung der Widerspruchslösung“. Angekündigt ist zudem ein Antrag von 58 Abgeordneten mit dem Titel „Freiwilligkeit der Organspende sichern, Aufklärungs- und Registrierungspotenziale heben“.
Die Mediziner*innen der NRW-Uniklinika betonen zudem, dass eine Gesetzesänderung allein nicht ausreichen wird, um dem Willen der Patient*innen bestmöglich Rechnung zu tragen. Entscheidend seien ebenso leistungsfähige klinische Strukturen und ausreichende personelle Ressourcen.
„Ein dokumentierter Wille ist natürlich immer die beste Entscheidungshilfe. Auch der bekannte Wille eines Verstorbenen, wenn er oder sie sich zu Lebzeiten geäußert hat, vereinfacht die Entscheidung oft enorm“, erklärt Prof. Dr. Andreas Schnitzbauer, Klinikdirektor der Klinik für Chirurgie der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum und Leiter des Transplantationszentrums. Die Transplantationsbeauftragten und Pflegenden entwickeln gemeinsam mit den Angehörigen den Weg zu einer Organspende sorgsam und berücksichtigen den Willen der Angehörigen, erklärt Schnitzbauer, denn: „Auch eine Widerspruchslösung führt nicht dazu, dass Entscheidungen über die Köpfe von Angehörigen hinweg getroffen werden. Doch sie vereinfacht die Kommunikation in solchen schweren Situationen sehr.“
Über das Transplantationszentrum Niere/Pankreas der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum
Das Transplantationszentrum der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum zählt zu den führenden Einrichtungen der Transplantationsmedizin in Deutschland und Europa. Als eines der größten Zentren für kombinierte Pankreas-Nierentransplantationen und für Nierentransplantationen in Deutschland bietet es Patientinnen und Patienten mit terminalem Nierenversagen sowie Diabetes mellitus Typ 1 eine hochspezialisierte Versorgung auf universitärem Spitzenniveau. Seit mehr als 30 Jahren gehört das Zentrum kontinuierlich zu den leistungsstärksten Einrichtungen Europas auf dem Gebiet der Pankreastransplantation.
Das Leistungsspektrum umfasst die Abklärung der Transplantationseignung, die Aufnahme auf die Warteliste, Nieren- und kombinierte Pankreas-Nierentransplantationen sowie Lebendnierenspenden. Aufgrund der langen Wartezeiten auf ein Spenderorgan nimmt die Lebendnierenspende einen besonderen Stellenwert ein. Die Spenderoperationen werden in Bochum in der Regel minimalinvasiv durchgeführt. Ergänzt wird das Angebot durch eine umfassende stationäre und ambulante Nachsorge, die eine lebenslange Betreuung der transplantierten Patientinnen und Patienten sicherstellt.
Das Transplantationszentrum ist eine interdisziplinäre Gemeinschaftseinrichtung der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum und der Medizinischen Klinik I des Marien Hospital Herne im Rahmen der Universitätsmedizin der Ruhr-Universität Bochum. Erfahrene Teams aus Transplantationschirurgie, Nephrologie, Diabetologie, Anästhesiologie, Intensivmedizin, Radiologie, Hygiene, Pathologie und spezialisierten Pflege- und Koordinationsbereichen arbeiten eng zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten die bestmögliche individuelle Behandlung zu gewährleisten. Forschung, Lehre und die kontinuierliche Weiterentwicklung innovativer Therapieverfahren sind dabei ebenso fester Bestandteil des Zentrums wie höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards.
