Experimentelle Chirurgie erhält erstmals vergebenen AIM3R-Award
Auszeichnung für innovative Forschung ohne Tierversuche
Die Forschungsabteilung Experimentelle Chirurgie der Klinik für Chirurgie an den Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum ist mit dem erstmals vergebenen AIM3R-Award der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum ausgezeichnet worden.
Mit dem Preis werden Forschungsprojekte gewürdigt, die neue Wege in der medizinischen Forschung gehen und dabei besonders auf Tierwohl achten. Grundlage ist das sogenannte 3R-Konzept (Replace, Reduce, Refine), das für Ersetzen, Verringern und Verbessern von Tierversuchen steht. Ziel ist es, Tierversuche wo immer möglich zu vermeiden oder zumindest deutlich zu reduzieren.
Ausgezeichnet wurde das Projekt „KIAassE-Integration“ der Forschungsabteilung. Darin haben die Forschenden ein spezielles 3D-Testsystem aus menschlichen Zellen entwickelt, mit dem sich neue Materialien für Implantate – zum Beispiel für künstliche Gelenke oder Zahnimplantate – untersuchen lassen. Der große Vorteil: Diese Tests kommen vollständig ohne Tierversuche aus und können dennoch sehr genau vorhersagen, wie sich ein Implantat später im menschlichen Körper verhält.
„Mit diesem Projekt zeigen wir, dass moderne medizinische Forschung leistungsfähig, patientennah und gleichzeitig ethisch verantwortungsvoll sein kann“, erklärt Dr. Jochen Salber, Forschungsdirektor der Forschungsabteilung Experimentelle Chirurgie. „Die Auszeichnung ist eine große Anerkennung für die Arbeit unseres Teams.“
„Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der 3R-konformen Forschung und stärkt den Forschungsstandort Bochum nachhaltig“, so Univ.-Prof. Dr. Andreas Schnitzbauer, Direktor der Klinik für Chirurgie. Der AIM3R-Award ist mit 6.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird gezielt eingesetzt, um die Forschung weiterzuführen, die neuen Testverfahren innerhalb der Bochumer Universitätsmedizin anzubieten und sie auch in internationalen Forschungsprojekten nutzbar zu machen.
