Ein Jahr Neurochirurgie an den Knappschaft Kliniken Bottrop:
Erfolgreicher Aufbau mit hohem medizinischem Standard
Mit dem Ausbau des neurochirurgischen Behandlungsspektrums ist auch das erfahrene Fachärzteteam stark gewachsen und hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. Derzeit bespielen diese zusammen mit einem spezialisierten Pflegeteam rund 20 stationäre Behandlungsplätze, fünf Wahlleistungsbetten sowie je nach Bedarf Kapazitäten auf der Intensiv- und Intermediate Care Station.
Um den hohen Behandlungsanforderungen gerecht zu werden, wurde umfangreich in hochmoderne Medizintechnik investiert, die präzise, schonende und zeitgemäße Operationsverfahren ermöglicht.
„Ich freue mich sehr, dass ich das Glück hatte, mein Fachärzteteam selbst zusammen stellen zu können. Wir kennen uns größtenteils schon aus früherer Zusammenarbeit und können diese gemeinsamen Erfahrungen hier in Bottrop zum Wohle der Patienten erfolgreich einsetzen. Die positive Entwicklung unserer Klinik spiegelt sich auch in der hohen Patienten-zufriedenheit wider. Einige der behandelten Patienten kamen mit seltenen Krankheitsbildern zu uns, die komplexe Eingriffe erforderten. Darunter die operative Entfernung von Aneurysmen und anderen Gefäßanomalien im Gehirn sowie die Resektion eines Schädelbasistumors im Bereich der Hypophyse durch die Nase“, erklärt der neurochirurgische Chefarzt Sascha Zink.
Ganz aktuell konnte zwei Patienten mit einer Trigeminusneuralgie nach einem langen Leidensweg geholfen werden. Der sogenannte Gefäß-Nerven-Konflikt am fünften Hirnnerv ist eine seltene, chronische Erkrankung, die sich durch extreme, blitzartige, meist einseitige Gesichtsschmerzen äußert. Ausgelöst werden diese durch Berührung oder Kauen. Beide Patienten wurden mit der mikrovaskulären Dekompressionsmethode behandelt, die auch als Jannetta-Operation bekannt ist und nur in wenigen spezialisierten Kliniken angeboten wird. Hierbei wird durch eine kleine Schädeleröffnung hinter dem Ohr die Stelle des Gefäß-Nerven-Kontaktes unter mikroskopischer Sicht aufgesucht. Der Kontakt wird aufgelöst, das Gefäß weggehalten und an die seitliche Schädelbasis fixiert. Durch diese schonende Methode können Beschädigungen der Nervenstrukturen vermieden werden und in der Regel sind die Patienten nach dem Eingriff sofort schmerzfrei.
Perspektivisch planen die Knappschaft Kliniken Bottrop über die erfolgreiche Etablierung und Spezialisierung der Neurochirurgie und den Ausbau einer eigenständigen unfallchirurgischen Abteilung ein regionales Traumazentrum zu gründen, das auf die qualifizierte und interdisziplinäre Erst- und Weiterversorgung von Schwerverletzten spezialisiert ist.
