Pressemitteilungen der
Knappschaft Kliniken
24.06.2026 - Gelsenkirchen

4. Bueraner Dialog beleuchtet Herausforderungen und Chancen der Altersmedizin

Interdisziplinärer Austausch zu Demografie, Versorgung, Prävention und Selbstständigkeit im Alter

Gelsenkirchen-Buer. Wie viel Medizin braucht das Alter – und wie viel kann sich das Gesundheitssystem künftig leisten? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich der 4. Bueraner Dialog der Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer im medicos.AufSchalke. Ärztinnen und Ärzte aus Klinik und Praxis diskutierten gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft und Verwaltung über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Altersmedizin.

Die von den Chefärzten PD Dr. med. Christopher Brenke (Klinik für Neurochirurgie) und Dr. med. Christoph Haurand (Klinik für Innere Medizin und Kardiologie) initiierte Fortbildungsveranstaltung beleuchtete das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Zum Auftakt stellte Maren Berendonck von der Stadt Gelsenkirchen die demografische Entwicklung der Region und die daraus resultierenden Anforderungen an die Gesundheitsversorgung vor. Prof. Dr. Michael Wessels von der Hochschule Bochum widmete sich den ökonomischen Aspekten der Altersmedizin. Dabei machte er deutlich, dass nicht das Alter selbst der wesentliche Kostentreiber im Gesundheitswesen sei, sondern vielmehr die individuelle Nähe zum Lebensende. Er plädierte für eine differenzierte Diskussion über Ressourcen und den tatsächlichen Nutzen medizinischer Maßnahmen.

Dr. med. Ludger Springob von den Knappschaft Kliniken Paracelsus Marl betonte die Bedeutung einer sektorenübergreifenden geriatrischen Versorgung. „Geriatrie endet nicht an der Krankenhaustür“, erklärte er. Entscheidend seien die Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst, die Vernetzung der Versorgungsakteure sowie die Einbindung des sozialen Umfelds, um älteren Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu Hause zu ermöglichen.

Prävention stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. med. Jozef Colemont. Am Beispiel der Osteoporose zeigte er auf, wie wichtig eine frühzeitige Risikoabschätzung ist, um Frakturen zu vermeiden und Mobilität langfristig zu erhalten.

Mit der Fahrtauglichkeit im Alter griff Dr. med. Thomas Günnewig ein Thema auf, das viele ältere Menschen und ihre Angehörigen beschäftigt. Er warb dafür, frühzeitig über Mobilität und Verkehrsteilnahme zu sprechen. Erkrankungen, Medikamente oder akute gesundheitliche Veränderungen könnten sowohl die Fahrtüchtigkeit als auch die dauerhafte Fahreignung beeinflussen. Auch Angehörige könnten dabei wertvolle Hinweise liefern.

In der Diskussion wurde deutlich, dass Altersmedizin weit mehr umfasst als die Behandlung einzelner Erkrankungen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Lebensqualität, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen sowie die Frage, wie diese unter den Bedingungen des demografischen Wandels langfristig gesichert werden können.

„Der Bueraner Dialog lebt davon, ein Thema aus verschiedenen Fachrichtungen zu beleuchten und so einen ganzheitlichen Blick zu ermöglichen. Die Resonanz zeigt, wie relevant die Fragen rund um die Altersmedizin für Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen sind“, resümierten die Veranstalter PD Dr. med. Christopher Brenke und Dr. med. Christoph Haurand.

 

Über die Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer GmbH

Mit über 1.200 Mitarbeitenden und 12 medizinischen Fachabteilungen versorgen die Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer GmbH jährlich rund 76.000 Patientinnen und Patienten. Mit unserem überregionalen Traumazentrum, dem Lungenzentrum sowie der spezialisierten Kinder- und Jugendklinik bieten wir medizinische Versorgung aus einer Hand – von der Notfall- und Intensivmedizin über hochspezialisierte Fachzentren und innovative Therapieverfahren bis hin zur Rehabilitation. Als Teil des Verbundes der Knappschaft Kliniken gehören wir zu einem der größten Krankenhausverbünde Deutschlands.

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